An manchen Tagen ist es schwer und wir Tierschützer vergessen die vielen glücklichen Vermittlungen, die erfolgreichen Projekte vor Ort in Spanien und was wir alles Positives für das Tierheim Ciudad Animal und seine Schützlinge erreicht haben.
Denn bei allen guten Nachrichten, gibt es die eine traurige, die unser gesamtes Grundgerüst als Verein erschüttert und vor der wir uns immer fürchten.
Entlaufen und verstorben. Einer unserer vermittelten Galgos, dessen Leben nun doch erst beginnen sollte.

Wir als Verein kämpfen hart, um für unsere Galgos in Deutschland den perfekten Lebensplatz zu finden. Wir arbeiten eng und emotional mit Loli Cantero und ihrem kleinen Team zusammen, die vor Ort noch härter kämpfen. Wir klären auf, wir stellen kritische Fragen, wir entwerfen Infoblätter, machen Vorkontrollen und sind stets bemüht alle wichtigen Gedanken zur Adoption eines Galgos mit den Interessenten zu wälzen, um für diese speziellen Hunde das passende Zuhause zu finden und freuen uns wahnsinnig für jeden einzelnen Galgo, bei dem uns das gelingt.
Und trotzdem gibt es sie, die Fälle. Eine offene Tür, keine ausreichende Sicherung, nicht richtig aufgepasst. Wir reden hier nicht von einem abgesprungenen Karabiner oder Dingen, die wir einfach nicht in der Hand haben. Wir können nicht alles verhindern und schlimme Dinge passieren.
Es geht um die Dinge, die man hätte verhindern können, wenn man uns als Verein und unsere Erfahrungen ernster genommen und richtig zugehört hätte.
Denn nun stehen wir alle da, die Galga ist entlaufen, blind vor Angst durch die Gegend gerannt und dabei zu Tode gekommen.
Was macht das mit uns als Verein? Wir fühlen Verzweiflung, Trauer und auch Wut. Unsere Pflegestelle stellt ihre fundamentale Arbeit in Frage und wird von Schuldgefühlen geplagt. Wir müssen das Tierheim benachrichtigen. Loli Cantero, der Frau, die die Galgos aufbaut, hegt, pflegt, mit ihnen leidet und sie voller Hoffnung auf ein gutes und langes Leben in den Transporter nach Deutschland setzt, müssen wir sagen, dass einer ihrer Galgos tot ist. Wir weinen, sind am Boden zerstört.
Wir haben kurz überlegt aufzugeben, können wir es noch einmal verantworten, das noch einmal ertragen? Aber wir machen weiter. Und auch wenn wir wissen, dass wir alles Mögliche an Aufklärung im Vorfeld getan haben, werden wir noch mehr reden, noch kritischer werden.
Und auch wenn wir wissen, dass uns keine Schuld trifft, so bleibt ein fader Beigeschmack, der sich wie ein Dorn in unsere Herzen bohrt und uns immer in Erinnerung bleibt.

Und deshalb möchten wir hier noch einmal an alle Menschen appelieren. Bitte hört gut zu! Bitte lernt aus unseren Erfahrungen! Bitte sprecht uns an, wenn es unerwartete Verhaltensweisen gibt, die besonderer Vorsichtsmaßnahmen bedürfen!
Damit uns allen zusammen, solche Dinge erspart bleiben und besonders unseren Galgos, denen wir ein besseres Leben versprochen haben.